Autismus sieht selten so aus wie im Film, und nicht bei jedem Kind gleich. Gerade bei kleinen Kindern sind die Zeichen leise, und es gibt mehr als ein Profil. Hier die bekannten Hinweise, das oft übersehene leise Profil, das häufig Mädchen betrifft, und worauf es wirklich ankommt.
Wenn Eltern an Autismus denken, haben viele ein bestimmtes Bild im Kopf, oft aus Filmen: der kluge, sozial unbeholfene Junge, der niemandem in die Augen schaut. Dieses Bild gibt es, aber es ist nur ein Ausschnitt. Autismus hat mehr als ein Gesicht, und gerade bei kleinen Kindern zeigen sich erste Hinweise nicht spektakulär, sondern in kleinen Alltagsmomenten. Wichtig vorweg: Ein einzelnes Zeichen bedeutet gar nichts. Es geht um das Gesamtbild, und um dein Bauchgefühl, das zählt.
Das bekanntere Profil: fünf oft sichtbare Zeichen
Diese fünf Zeichen sind die, die am ehesten auffallen, und die in den meisten Checklisten stehen. Sie zeigen sich häufiger, aber nicht nur, bei Buben.
- Wenig Blickkontakt. Das Kind schaut Menschen seltener in die Augen, auch beim Spielen oder Kuscheln.
- Kaum Reaktion auf den eigenen Namen. Du rufst, und es dreht sich nicht um, obwohl das Gehör in Ordnung ist.
- Wenig gemeinsame Aufmerksamkeit. Das Kind zeigt selten auf etwas, um es dir zu zeigen, oder folgt deinem Zeigefinger nicht.
- Verzögerte oder besondere Sprache. Späte erste Worte, oder Sprache, die eher wiederholt als im Austausch verwendet wird.
- Wiederkehrende Bewegungen oder starke Routinen. Wippen, Hände-Flattern, das Bedürfnis nach immer gleichen Abläufen, starkes Unbehagen bei Veränderung.
Fachleute sagen, dass Autismus manchmal schon ab etwa 18 Monaten erkennbar ist. Trotzdem gilt: Diese Zeichen sind mögliche Hinweise, kein Beweis. Manche Kinder zeigen einzelne davon ganz ohne Autismus. Es geht nicht ums Häkchensetzen, sondern darum, genauer hinzuschauen. Und ganz wichtig: Wenn dein Kind diese Liste nicht erfüllt, heißt das noch lange nicht, dass kein Autismus vorliegt. Denn es gibt ein zweites Profil, das ganz anders aussieht.
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