Wenn dein Kind „ausrastet“, denken viele an Trotz oder schlechte Erziehung. Meist ist es etwas ganz anderes, und dieser Unterschied verändert alles daran, wie du helfen kannst.
Es gibt diese Momente, in denen scheinbar aus dem Nichts alles kippt. Dein Kind schreit, wirft sich auf den Boden, schlägt um sich oder erstarrt völlig. Fremde schauen, manche denken oder sagen sogar: „Das Kind braucht klare Grenzen.“ „Früher haben wir unsere Kinder noch erzogen.“ Und du stehst mittendrin, hilflos und beschämt. Der erste Schritt zu echter Hilfe ist eine Unterscheidung, die kaum jemand macht: Ein Meltdown ist kein Wutanfall.
Der entscheidende Unterschied
Ein Wutanfall ist zielgerichtet. Ein Kind will vielleicht sogar etwas erreichen, die Süßigkeit, das längere Aufbleiben, und es beobachtet dabei, ob seine Strategie wirkt. Ein Wutanfall hört meist auf, wenn das Ziel erreicht ist oder klar wird, dass es nicht erreichbar ist. Während eines Wutanfalls kann man seinen Körper noch selbst kontrollieren, man kann getröstet und beruhigt werden.
Ein Meltdown dagegen ist eine unwillkürliche Reaktion auf Überforderung, sensorisch, emotional oder durch zu viele Informationen auf einmal. Das Kind will nichts „durchsetzen“. Es hat in diesem Moment schlicht die Kontrolle verloren. Man kann seinen Körper dann auch nicht mehr völlig kontrollieren: manche schreien, brüllen gar, werfen mit Dingen, schlagen um sich, andere reagieren mit Rückzug, manche bekommen Migräne. Die National Autistic Society sagt es deutlich: Ein Meltdown ist kein freches oder absichtliches Verhalten, sondern ein Zeichen echter Not.
Was im Gehirn passiert
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